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Aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus in Kiedrich im Rheingau sang die Sopranistin Elisabeth Scholl mit neun Jahren erstmalig und als erstes Mädchen im Chor der Kiedricher Chorbuben. Ihr Vater, selbst seit Kindertagen ein Chorbub und musikalisch ausgebildet, leitete damals übergangsweise ehrenamtlich und nebenberuflich den Knabenchor. Da sie mit kurzen Haaren und Chorrock nicht als Mädchen auffiel, konnte sie auch unter der neuen Chorleitung insgesamt acht Jahre bei den Chorbuben singen. So fanden sich zeitweilig 5 Scholls im Chor wieder: Vater Christian, die Brüder Johannes (heute Arzt) und Andreas (heute Countertenor), sowie die jüngere Schwester Christine.


Gemeinsam mit ihrem Bruder Andreas sang sie ab 1982 über mehrere Jahre am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden den 1. und 2. Knaben in Mozarts Zauberflöte. Der Wunsch, den Gesang zum Beruf zu machen, kam damals erstmals auf. Daher ließ sie neben dem Studium der Musikwissenschaft, Anglistik und Kunstgeschichte ihre Stimme bei Prof. Eduard Wollitz ausbilden. Über ihren Bruder Andreas lernte sie gegen Ende des Musikwissenschafts-Studiums in Basel dessen Lehrer René Jacobs kennen und entschied sich, ein Aufbaustudium in Alter Musik und historischer Aufführungspraxis anzuschließen.


Die Kombination aus Musikwissenschaft, „normalem“ praktischem Gesang und historischer Aufführungspraxis erwies sich als glückliche Verbindung. Denn sie kommt den vielseitigen Interessen Elisabeths entgegen. Sie hat sich mittlerweile einen Ruf als Barock-Spezialistin erworben und mit vielen international bekannten Barockorchestern musiziert. Außerdem ediert sie selbst unbekanntes Sopran-Repertoire vom Anfang des 18. Jahrhunderts und führt es auf. Daneben pflegt sie aber auch das romantische Konzertrepertoire und den Operngesang.


Zum Wintersemester 2009/10 erhielt sie den Ruf als Professorin für Barockgesang an die Hochschule für Musik Nürnberg.